Behandlung HWS

Was ist Atlaslogie?

Die Atlaslogie ist eine Form der manuellen Therapie. Die Bezeichnung leitet sich vom Begriff Atlas ab. Das ist der Fachausdruck für den obersten Halswirbel. Die Atlaslogie geht davon aus, dass leichte Verschiebungen dieses Halswirbels die Ursache für zahlreiche Beschwerden sind, die von der Wirbelsäule und dem Rückenmark ausgehen. Eine ähnliche sogenannte  komplementäre Heilmethode aus dem Bereich der manuellen Therapie ist die Vitalogie.

Die Beschwerden entstehen laut diesem Erklärungsansatz, weil der vermeintlich verschobene Halswirbel einerseits die Statik die Wirbelsäule verändert und auf diese Weise beispielsweise Rückenschmerzen oder Beckenschiefstände auslöst. Andererseits soll die „Fehlstellung“ die Funktion des Rückenmarks beeinträchtigen und daher nervlich bedingte Beschwerden verursachen.
Das Therapiekonzept der Atlaslogisten sieht vor, den obersten Halswirbel neu zu zentrieren. In der Folge kann sich demnach die Wirbelsäule gesund ausrichten und die Funktion des Zentralnervensystems normalisiert werden. Die Zentrierung des obersten Halswirbels in einer atlaslogischen Behandlung erfolgt über sanfte Berührungen und Griffe. Drüber soll positive Energie auf den Wirbelkörper übertragen und die gesunde Funktion der Wirbelsäule wiederhergestellt werden.

Technik der Atlaslogie

Nach der Erhebung der Krankengeschichte  (Anamnese) konzentriert sich die Untersuchung von Atlaslogie-Therapeuten vor allem auf etwaige Beinlängendifferenzen und Auffälligkeiten wie Beckenschiefstand oder Beckenrotationen. Mit einer Tastuntersuchung wird erkundet, wie stark der Atlas-Wirbel verschoben ist. Den heilenden Eingriff bezeichnen Atlaslogisten als Zentrierung des Atlas oder Adjustment. Demnach übertragen die Therapeuten mit den Fingerspitzen feine energetische Impulse auf den obersten Halswirbel. Dadurch sollen Schwingungen entstehen, die den Atlas sich langsam wieder in seine zentrierte Lage bewegen lassen.

Anwendungsgebiete der Atlaslogie

Die wichtigsten Anwendungsgebiete der Atlaslogie sind Rückenschmerzen. Daneben wird die Methode bei Beschwerden im Bewegungsgapparat wie Muskelverspannungen oder auch bei Hüftschmerzen, Kopfschmerzen oder Schwindel eingesetzt. Schleudertraumata sind ein weiteres Beschwerdebild, für das die Atlaslogie Linderung verspricht.
Die Methode eignet sich nach Ansicht der Atlaslogisten aber auch als generelle Gesundheitsvorsorge. Sie gehen davon aus, dass die Methode die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützt und so auch organisch bedingten Beschwerden lindern kann.

Nebenwirkungen der Atlaslogie

Nebenwirkungen sind bei Atlaslogie-Behandlungen nicht zu erwarten, da bei der Therapie kein Druck auf die Halswirbelsäule ausgeübt wird. Gemäß ihren eigenen Vorgaben darf die Atlaslogie bei einem Schleudertrauma erst fünf Tage nach dem Unfall und bei Neugeborenen frühestens 10 Tage nach der Geburt eingesetzt werden.

Herkunft und Wirksamkeit der Atlaslogie

Die Atlaslogie geht auf den Schweizer Werkzeugmacher Walter Landis zurück. Er begründete die Lehre 1994. Landis war ein Schüler des Schweizer Chiropraktikers Peter Huggler, der 1981 eine andere Form der Atlastherapie, die Vitalogie, entwickelt hatte. Ausführliche Informationen: siehe Vitalogie. Atlaslogische Behandlungen werden in der Regel von Chiropraktikern oder Heilpraktikern angeboten.

Der wissenschaftliche Beweis für die Wirksamkeit der Atlaslogie steht aus. Gegenwärtig (Stand Februar 2019) sind keine unabhängigen Studien bekannt, die den Erfolg dieser Therapiemethode belegen. Daher gehören entsprechende Behandlungen in Deutschland nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch im Heimatland Schweiz ist die Atlaslogie nicht im erfahrungsmedizinischen Register enthalten und wird daher in der Regel auch nicht von Zusatzversicherungen bezahlt.

Autor: Charly Kahle

Stand: 20.02.2019