Fettleber

Alkohol und eine fettreiche, kalorienhaltige Ernährung, aber auch Mangelernährung, können die Leber schädigen und zu einer sogenannten Fettleber führen. Fettleber verursacht zunächst keine Symptome, kann aber zu ernsthaften Erkrankungen führen. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Fettleber.

Synonyme

Steatosis hepatis, nichtalkoholische Fettleber, Non-Alkoholic Fatty Liver Disease (NAFLD), alkoholinduzierte Fettleber, Alcoholic Fatty Liver Disease (AFLD)

Definition

Burger-Pommes

Fettleber (Steatosis hepatis) gehört zu den häufigsten Lebererkrankungen. Viele Menschen meinen, dass es sich dabei um eine verfettete Leber bei Übergewichtigen handelt. Das ist jedoch nur bedingt richtig.Eine Fettleber entsteht auch durch übermäßigen Alkoholkonsum. Mediziner sprechen dann von einer „alkoholischen Fettleber". Im Gegensatz dazu gibt es die nichtalkoholische Fettleber.

  • Nichtalkoholische Fettleber: Die nichtalkoholische Fettleber wird in der Fachsprache auch als Steatosis hepatis oder Non-Alkoholic Fatty Liver Disease (NAFLD) bezeichnet. Mit einem Anteil von 30 Prozent der Bevölkerung ist NAFLD die häufigste chronische Lebererkrankung. Besonders häufig ist die nichtalkoholische Fettleber bei Menschen mit Übergewicht oder Diabetes 2. Hier beträgt der Anteil der Fettleber-Kranken bis zu 90 Prozent.
  • Alkoholbedingte Fettleber wird auch als alkoholinduzierte Fettleber oder Alcoholic Fatty Liver Disease (AFLD) bezeichnet. Diese Form der Fettleber geht ausschließlich auf langjährigen Alkoholkonsum zurück. 90 Prozent aller an Alkoholismus erkrankten Menschen entwickeln eine Fettleber. Die Leberschäden entstehen schon bei Konsum von Trinkmengen, die vielen Menschen eher klein erscheinen. Die Lebergiftigkeit von Alkohol ist für Männer bei 24 bis 30 Gramm Alkohol/Tag gegeben. Das entspricht in etwa 300 ml Wein oder 0,75 l Bier. Bei Frauen kann schon die Hälfte dieser Menge zu einer Fettleber führen.

Mediziner sprechen von Fettleber, wenn mehr als 5 Prozent der Leberzellen Fett eingelagert haben. Diese Fettansammlungen bilden sich aufgrund eines gestörten Fettstoffwechsels, der vor allem durch die übermäßige Zufuhr von Fett, Zucker oder Alkohol entsteht. Fettleber kann schwerwiegende Folgen haben. Diese reichen von Hepatitis (Leberentzündung) über Leberzirrhose (Schrumpfleber) bis Leberkrebs.

Symptome

Zunächst macht eine Fettleber keine Beschwerden. Symptome kommen erst, wenn sich die verfettete Leber vergrößert und schwerer wird. Typisch sind dann Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schlappheit und verminderte Leistungsfähigkeit. Zudem leiden die Betroffenen häufig an Blähungen und Völlegefühl. Mitunter kommen Übelkeit und Beschwerden im rechten Oberbauch (Schmerzen, Druckgefühl) hinzu.

Ursachen

Eine Fettleber kann viele Ursachen haben. Sie beruht auf einer Störung des Fettsäure- und Triglyceridstoffwechsels in den Leberzellen. Am häufigsten verfettet die Leber aufgrund einer zu fettreichen Ernährung (Missverhältnis zwischen Kalorienzufuhr und Kalorienverbrauch) und Übergewicht.

Ernährung als Ursache von Fettleber

Besonders Menschen mit zu viel Bauchfett (die typische Apfelform) haben ein erhöhtes Risiko, eine Fettleber zu bekommen. Überschüssiges Fett wird nämlich nicht nur unter der Haut abgelagert. Auch Organe, in diesem Fall die Leber, können verfetten. Dieses Fettgewebe sondert verschiedene Substanzen ab, insbesondere entzündungsfördernde Botenstoffe und freie Fettsäuren. Das führt zu einer erhöhten Gefahr von Bluthochdruck und Diabetes. Diabetes selbst ist wiederum ein Risikofaktor für Fettleber. Der zu hohe Blutzuckerspiegel und die verminderte Insulinproduktion bedingen nämlich mitunter eine Neubildung von Fetten in der Leber.

Alkohol und Fettleber

Fettleber wird auch durch übermäßigen Alkoholgenuss verursacht. Alkohol ist nämlich mit einem Brennwert von 7,1 Kilokalorien pro Gramm sehr energiereich. Zudem schädigt Alkohol die Leberzellen, wenn er in der Leber verarbeitet wird. Dabei wird ein Enzym produziert, das die Fettsäurebildung in der Leber unterstützt. Diese Fettsäuren (Triglyceride) verbleiben in der Leber und führen zu einer Fettleber.

Fettleber durch Mangelernährung

Auch wenn es paradox klingt: Fettleber kann auch durch Mangelernährung bedingt sein. Andauernder Hunger und Durst (wie zum Beispiel bei Magersucht) bedeuten zu wenig Kalorien. Sind die Kohlenhydratspeicher leer, setzt eine Zuckerneubildung ein – und zwar in der Leber. Dafür ist unter anderem Eiweiß notwendig. Wird aufgrund einer extremen Diät oder Mangelernährung aber kein Eiweiß zugeführt, kommt es zu einer gestörten Zuckerneubildung. Dabei entstehen Fetttröpfchen, die der Stoffwechsel in der Leber nicht verarbeiten kann. Diese werden dann in und um die Leber herum abgelagert. Folge ist eine Fettleber.

Andere Ursachen

Andere Ursachen, die zu einer Fettleber führen, sind:

  • Medikamente, wie der schmerzstillende Wirkstoff Acetylsalicylsäure (darf nicht bei Kindern unter 14 Jahren gegeben werden), zellschädigende Mittel bei einer Chemotherapie, hochdosierte Östrogene oder Valproat (ein Wirkstoff gegen Epilepsie)
  • Noxen, wie Pilzgifte, Phosphor und chlorierte Kohlenwasserstoffe
  • Lebererkrankungen wie Hepatitis
  • Schwangerschaft
  • Stoffwechselkrankheiten wie Galaktosämie oder Fruchtzuckerunverträglichkeit

Generell tun übergewichtige Menschen gut daran, einen Arzt aufzusuchen. Denn Übergewicht begünstigt nicht nur Fettleber, sondern noch viele Krankheiten mehr. Das Gleiche gilt bei Magersucht sowie für Menschen, die übermäßig viel Alkohol trinken. Wiederholte und andauernde Oberbauchbeschwerden sollten jeden Menschen zum Arzt führen. Der kann gegebenenfalls die Behandlung der Fettleber einleiten.

Untersuchung

Häufig wird eine Fettleber zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauches entdeckt. Auch Blutuntersuchungen weisen auf eine verfettete Leber hin. In vielen Fällen sind bei Fettleber die Werte für Leberenzyme (Transaminasen) erhöht.

Biopsie bei Fettleber

Die sicherste Methode, eine Fettleber nachzuweisen, ist die Leberbiopsie. Dabei wird eine geringe Menge Leberzellen entnommen, die unter dem Mikroskop beurteilt werden. Zudem kann auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) zur Diagnose von Fettleber eingesetzt werden.

Ernährung bei Fettleber

Die Ernährung spielt in der Therapie von Fettleber eine zentrale Rolle. Denn Medikamente gegen Fettleber gibt es nicht. Daher ist eine kalorienreduzierte, fettarme und eiweißreiche Ernährung die einzige Methode zur Behandlung und Vorbeugung von Fettleber. Dabei sind Fettleber-Diäten nicht allzu kompliziert – aber überaus wirkungsvoll. Ausführliche Informationen finden Sie im Beitrag Ernährung bei Fettleber.

Behandlung

Die Fettleber an sich ist mit Medikamenten nicht behandelbar. Darum ist es wichtig, vor allem die auslösenden Erkrankungen wie Übergewicht, Alkoholismus oder Magersucht zu therapieren.

Selbsthilfe bei Fettleber

Die effektivsten Maßnahmen zur Selbsthilfe sind - neben einer Umstellung der Ernährung - mehr Bewegung und weniger Alkohol. Bei einer entsprechend angepassten Lebensführung kann sich die Leber (andere Erkrankungen als Ursache der Leberschäden ausgeschlossen) sogar wieder vollständig erholen.

  • Trinken Sie keinen Alkohol. Alkoholabhängige sollten sich vertrauensvoll an ihren Arzt wenden. Sie sind mit Ihrer Sucht nicht allein, nehmen Sie Hilfsmaßnahmen an. Denn nur der komplette Verzicht auf Alkohol hilft, eine Fettleber zu regenerieren.
  • Nehmen Sie ab. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse nach entsprechenden Programmen. Oder schließen Sie sich mit anderen übergewichtigen Menschen zusammen und versuchen Sie gemeinsam abzunehmen. In der Gemeinschaft fällt ein Gewichtsverlust oft leichter.
  • Machen Sie keine extremen Diäten oder Hungerkuren. Einerseits schaden diese der Leber, andererseits kommt danach häufig der sogenannte Ping-Pong-Effekt und Sie haben oft mehr Gewicht auf den Rippen als vorher. Besser ist eine langfristige Gewichtsabnahme.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig. Ausdauersportarten sind besonders gut geeignet. Wenn Sie sich für Sport nicht motivieren können: Spaziergänge, Treppensteigen statt Lift fahren oder zur Besprechung gehen statt zu telefonieren sind Beispiele dafür, wie Sie mehr Bewegung in den Alltag bringen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 16.07.2019

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige

Lebererkrankungen

Specials

Newsletter

Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie wöchentlich zu News und Infos rund um die Gesundheit.

http://www.biceps-ua.com

www.canadianpharmlist.com

biceps-ua.com