Cholangitis

Als Cholangitis bezeichnen Mediziner eine Entzündung der Gallenwege. Diese Entzündung kann akut oder chronisch verlaufen. Können Sie die Chronifizierung verhindern oder verzögern? Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Cholangitis.

Synonyme

Gallenwegsentzündung, Gallengangentzündung

Definition

Cholangitis

Cholangitis ist eine akute oder chronische Entzündung der Gallenwege bzw. Gallengänge. Akute Gallengangsentzündungen gehen mit zuweilen starken krampfartigen Bauchschmerzen, grippeähnlichen Beschwerden und einer Gelbfärbung der Haut (Ikterus) einher. Chronische Cholangitis verläuft häufig so mild, dass überhaupt keine Symptome auftreten.

Gallenwegsentzündungen entstehen durch Stauungen der Gallenwegsflüssigkeit, die wiederum unterschiedlichste Ursachen haben können wie Infektionen durch Bakterien oder Autoimmunerkrankungen. Bei starken Beschwerden erfolgt die Therapie operativ, bei mildem Verlauf sind Medikamente meist ausreichend. Cholangitis ist in den allermeisten Fällen sehr gut heilbar und beeinflusst die Lebenserwartung nicht.

Häufigkeit

Die Cholangitis zählt zu den vergleichsweise seltenen Erkrankungen. Akute Cholangitis tritt vor allem bei übergewichtigen Frauen ab dem 40. Lebensjahr auf.

Eine sehr seltene Sonderform der chronischen Gallengangsentzündung ist die primär sklerosierende Cholangitis (PSC). Die PSC tritt vor allem bei Männern mit der Darmerkrankung Colitis ulcerosa auf. Mit einem Fall pro 100.000 Einwohnern gehört die PSC zu den seltenen Erkrankungen.

Eine andere Unterform der chronischen Gallengangsentzündung ist die primär biliäre Cholangitis (PBC). Auch diese Form ist sehr selten (5 Fälle je 100.000 Personen und Jahr). Betroffen sind vor allem Frauen jenseits des 40. Lebensjahres.

Im Folgenden lesen Sie mehr zu Symptomen, Ursachen und Therapie von Cholangiitiden.

Symptome

Symptome von akuter Cholangitis

Die typischen Symptome von akuter Cholangitis sind Fieber, Bauchschmerzen und Gelbfärbung der Haut. Mediziner bezeichnen diese Krankheitszeichen als Charcot-Trias, welches nach dem folgenden Muster verläuft:

  • schnell und stark ansteigendes Fieber mit Schüttelfrost, das von kurzen Perioden mit normaler Körpertemperatur unterbrochen wird.
  • Oberbauchschmerzen (meist rechtsseitig), die anhaltend verlaufen können oder sich in zuweilen sehr stark schmerzenden Koliken äußern
  • Gelbfärbung der Haut (Ikterus) infolge der beeinträchtigen Leberfunktion.

Daneben treten bei akuter Cholangitis auch Verfärbungen des Urins (wird dunkler) oder des Stuhlgangs (wird aufgrund des fehlenden Gallenfarbstoffs heller) auf.

Symptome chronischer Cholangitis

Die Symptome chronischer Cholangitis sind deutlich weniger charakteristisch als die der akuten Verlaufsform. Am ehesten als hinweisgebend betrachten Mediziner Schmerzen im rechten Oberbauch sowie Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder eine schlechte Verträglichkeit von fetten Lebensmitteln. Daneben kann die chronische Cholangitis zu ungewolltem Gewichtsverlust, nachlassender Leistungsfähigkeit oder leicht erhöhter Körpertemperatur führen.

Da chronische Cholangitis vor allem bei alten und sehr alten Menschen verbreitet ist, können diese Symptome auch auf eine Vielzahl von anderen Erkrankungen hindeuten – oder auch auf Neben- oder Wechselwirkungen von Medikamenten beispielsweise.

Ursachen

Die Gallengänge verbinden einerseits die Leber mit der Gallenblase und andererseits die Gallenblase mit dem Zwölffingerdarm. Die zu- und ableitenden Gallengänge bilden ein sehr fein verästeltes Geflecht. Insbesondere in der Leber weisen die Gallengänge sehr kleine Durchmesser auf. Daher sind die Gallengänge für Stauungen sehr anfällig.

Gallengangsentzündungen entstehen zumeist, wenn sich Galle in den ableitenden Gallengängen staut. In der stehenden Gallenflüssigkeit können krankmachende Keime sich leicht vermehren und Entzündungen verursachen. Die Bakterien steigen aus dem Dünndarm in die Gallengänge auf oder gelangen mit dem Blutkreislauf dorthin. Typisch sind Gallengangsentzündungen durch die Darmbakterien Escherichia coli, Enterokokken, Klebsiellen und Salmonellen.

Gallensteine häufigste Ursache für Gallengangsstauungen

Die häufigste Ursache für Gallengangsstauungen wiederum sind Gallensteine. Gallensteine, die medizinische Bezeichnung ist Cholelithiasis, sind Gebilde aus verfestigter Gallenflüssigkeit. Junge Menschen sind selten von Gallensteinen betroffen, ab dem 30. Lebensjahr aber nimmt das Risiko eines Steinleidens stetig zu. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer. Ausführliche Informationen lesen Sie im Ratgeber Gallensteine.

Weitere seltene Ursachen von Stauungen in den Gallengängen sind:

  • angeborene Anomalien der Gallengänge
  • Ausstülpungen im Zwölffingerdarm (Divertikel)
  • Gallengangsverengungen nach operativen Eingriffen oder durch Tumore
  • parasitäre Erkrankungen (Befall mit dem großen Leberegel)
  • Gallenblasenentzündungen.

Untersuchung

Die Diagnose von Cholangitis liegt vor allem nahe, wenn Verdauungsbeschwerden von Oberbauchbeschwerden und Koliken sowie einer Gelbfärbung der Haut begleitet sind. Allerdings können auch andere Erkrankungen im Bereich von Leber und Gallenblase diese Symptome verursachen. In der Regel wird der Arzt versuchen, mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauches erweiterte Gallengänge nachzuweisen. Das wäre ein erster Hinweis auf Gallensteine und eine mögliche Gallengangsentzündung.

Als sicherste Methode für die Diagnose von Cholangitis gilt die sogenannte endoskopische retrograde Cholangio-Pankreatikografie (ERCP). Bei dieser Methode wird ein dünner Schlauch über die Speiseröhre, Magen und Darm bis zu den Gallengängen geführt, um Kontrastmittel in die Gallengänge einzubringen. Anschließend lassen sich etwaige Gallensteine oder Stauungen mit einer Röntgenuntersuchung sicher nachweisen.

Behandlung

Behandlung der akuten Cholangitis

Die Behandlung der akuten Cholangitis erfolgt in der Regel zunächst medikamentös. Dabei werden hoch dosierte Antibiotika gegen die auslösenden Bakterien eingesetzt. Nicht selten werden dabei mehrere Antibiotika kombiniert, um ein möglichtst breites Wirkspektrum abzudecken.

Gegen die Schmerzen werden – je nach Intensität – unterschiedliche Schmerzmittel eingesetzt. Bei leichteren Beschwerden sind beispielsweise Ibuprofen oder Paracetamol typisch. Bei starken Schmerzen kommen etwa Metamizol oder Tramadol infrage. Gegen Koliken helfen krampflösenden Wirkstoffe wie Butylscopolamin.

Behandlung von Gallensteinen

Eine vergleichsweise junge Methode zur Behandlung von Gallensteine ist die bei der Diagnose bereits erwähnte endoskopische retrograde Cholangio-Pankreatikografie (ERCP). Eine andere Methode ist es, Gallensteine endoskopisch bei einer Bauchspiegelung zu entfernen. Dabei wird über einen kleinen Schnitt ein Schlauch in die Bauchhöhle eingeführt. Durch diesen Schnitt greift der Operateur die Gallensteine mit einer Zange. Große Gallensteine können dabei mit Schallwellen so zertrümmert werden, dass sie sich durch das Endoskop passen.

In vielen Kliniken werden Gallensteine bei einer klassischen Bauchraum-OP (Laparotomie) entfernt. Dieser Eingriff hat – vor allem wegen der Narkose – ein leicht höheres Risiko für Komplikationen.

Gallensteine mit Medikamenten auflösen

Bestimmte Gallensteine (nämlich reine Cholesterinsteine) lassen sich in einer Langzeittherapie mit Medikamenten auflösen. Medikamente dafür enthalten die Wirkstoffe Ursodesoxycholsäure (UDCA) oder Chenodesoxycholsäure.

Vorbeugung

Gallengangsentzündungen werden vor allem durch Gallensteine verursacht. Und die wiederum werden durch Übergewicht und fettreiche Ernährung begünstigt. Wer Übergewicht abbaut und sich abwechslungsreich und fettarm ernährt, kann also Gallensteinen und damit Cholangitis zumindest ein Stück weit vorbeugen. Weitere Tipps zur Vorbeugung von Gallensteinen finden Sie im Ratgeber Gallensteine.

Thema Galle

Autor: Charly Kahle

Stand: 25.10.2017

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